5 Alternativen zur Schriftart Playfair Script

9. Juni 2021 | 4 Kommentare

5 Alternativen zur Schriftart Playfair Script

Für die einen ist es die Comic Sans, für andere Arial. Für mich ist es die Schriftart Playfair Script.

Ich mag sie nicht sonderlich. Und das sage ich nicht nur aus rein subjektiver Antipathie (🧛‍♀️), sondern insbesondere deswegen, weil sie zu den meisten Aussagen nicht passt. Ich sehe eine überragende Anzahl professioneller Business Coaches, die Schriftart Playfair Script nutzen. Bei meiner Recherche eben fielen mir sogar Marken-Experten auf, die diese Schriftart nutzen. Warum? Als gäbe es keine Alternativen zur Schriftart Playfair Script. Vielleicht ist der einfache Grund, dass sie eine der präsentesten Schriftarten in der browserbasierten Layoutsoftware Canva ist. Sie wird einem ständig angeboten in den Grafiktemplates.

Wenn das so ist, dann ist das in gewissen Teilen verständlich: man möchte sich nicht so lange mit der Suche nach einer passenden Schriftart aufhalten und der handschriftliche Look der Schriftart Playfair Script hat etwas persönliches und drückt eben ausreichend aus, dass man nicht so steif sei. Note 1 für die Intention! 🥇 Wirklich, der Gedankengang ist vorbildlich. Er ist nur zu kurz gedacht, denn:

  1. Es bedarf nur einem einmaligen Aufwand, eine passende Schriftart zu finden und
  2. Es gibt viele Schriftarten, die die Intention (hier: “nicht zu steif”) besser auf den Punkt bringen.

Heute stelle ich fünf mögliche Alternativen zur Schriftart Playfair Script vor.
Drei davon sind Free Fonts, also kostenlos nutzbare Schriftarten und zwei davon sind kostenpflichtige Lizenzschriftarten.

 

Die Schriftart Playfair Script

Jede Schriftart hat eine bestimmte Wirkung. Genauso wie jede Farbe, jedes Bild, jeder Look — mit allem assoziieren wir etwas, wir versuchen es für uns einzuordnen. Die Schriftart Playfair Script ist, wie der Name schon ausdrückt, eine Script-Schrift, also eine handgeschriebene Schrift. Darüber hinaus fällt sie in die Kategorie Brush-Fonts. Brush-Fonts sind Schriftarten, die wie mit einem Pinsel erstellt wirken. Das stellt sie per se in eine künstlerisch-kreative Ecke, denn die wenigsten Business Coaches schreiben im Alltag mit dem Pinsel, oder? Falls doch: faaancy! Die tragen vermutlich auch ein Barrett und ein Monokel. #superfancy

Die Besonderheiten der Playfair Script

Die Playfair Script wirkt durch ihre lockere Schreibart schwungvoll und lebendig. Die Grundlinie wird durch die Buchstaben immer wieder über- oder unterschritten, das macht das Schriftbild auf eine Art und Weise flockig und leicht, aber auch unruhig. Insbesondere dann, wenn die Schriftart in einer kleinen Schriftgröße und in längeren Sätzen oder gar Abschnitten genutzt wird. (Merke: nutze Handschriften nicht für Mengentexte, sondern nur für große Headlines oder Schlagworte) Darüberhinaus sind einige Buchstaben durch die Anlehnung an Kalligraphie eher schwer erfassbar, zum Beispiel das kleine r und das kleine f. Es erfordert beim Betrachter also etwas mehr Aufmerksamkeit.

Die besten Einsatzorte für die Playfair Script

Der beste Einsatzort für die Schriftart Playfair Script ist ein künstlerisches oder kreatives Umfeld, bei dem es um Leichtigkeit, Spiel und Freude geht. Tendenziell eher weiblich und eher jünger. Ich sehe sie plakativ auf einem Flyer für einen Lettering-Workshop, zusammen mit anderen Schriftarten dieser Couleur. Dort macht sie Lust auf das, was man dort lernen kann! Für den Einsatz im Business-Umfeld kann sie zu unstet wirken und damit einen Schatten auf die wahrgenommene Qualität der Leistung werfen.

 

5 Alternativen zur Schriftart Playfair Script

Es gibt hunderte Möglichkeiten, welche Schriftart besser zum jeweiligen Anlass passen könnte, als die Playfair Script. Oftmals muss das gar keine handschriftliche Font sein, aber wir bleiben heute mal bei diesem Fall. Je nach Anspruch und Aussage gibt es einige Unterkategorien handschriftlicher Schriftarten, so wie die Brush-Font, die ich oben bereits erwähnt habe. Es gibt zum Beispiel noch Marker-Fonts: Schriftarten, die aussehen, als wären sie mit einem (dickeren) Stift geschrieben.

Viele meiner Kundinnen, die im Bereich (Business) Coaching tätig sind, nutzen solche Markerschriftarten (schau mal in meinem Showroom). Sie sind ein schöner Brückenschlag zum Schreiben auf einem Whiteboard, was viele von ihnen in ihren Kundencalls tun. Hier sind Wirkung und gewünschte Aussage (hands-on) stimmig. Schauen wir uns jetzt handschriftliche Alternativen an.

 

Alternative 1: Alana

Alana ist ähnlich verspielt, wie die Playfair Script, aber deutlich ruhiger und erwachsener. Sie hat eine eindeutige Grundlinie und verlässt diese nur selten (beim kleinen t zum Beispiel). Die Großbuchstaben sind mitunter sehr detailreich und dekoriert, was sie zu einer guten Wahl für Festliches macht. Die Alana ist eine kostenpflichtige Lizenzschrift und kann hier erworben werden.

Alternative zur Playfair Script: Alana

 

Alternative 2: Quentin

Die Quentin ist strenggenommen eine Brush-Schrift, wirkt aber eher wie mit einem etwas trockeneren Filzstift geschrieben. Damit ist sie für die meisten etwas näher am Alltag, als eine Pinselschrift. Das Besondere an der Schrift Quentin ist ihre starke Neigung nach rechts. Das wirkt dynamisch und zukunftsgerichtet. Die langen t-Striche drücken eine gewisse Schnelligkeit und Leidenschaft aus. Dadurch, dass die Laufweite relativ großzügig ist, wirkt sie aber nicht hektisch. Diese Schrift braucht Platz, sie sollte nur für einzelne Schlagworte und in großen Abbildungen eingesetzt werden. Verfügbar ist sie als Gratisschrift hier.

Alternative zur Playfair Script: Quentin

 

Alternative 3: Mintsy

Die Mintsy fällt auch in die Kategorie Filzstift. Im Gegenteil zur Quentin zeichnet sie ihre relative Geradlinigkeit aus. Obwohl die einzelnen Buchstaben sehr organisch und durchaus geneigt sind, ergibt das Gesamtbild eine Aufrichtigkeit. Die Wirkung ist selbstbewusst und stabil. Durch die starke Strichstärke (doller aufdrücken) wirkt sie prägnanter und verbindlicher. Durch die eher gut eingehaltene Grundlinie kann diese Schrift auch für etwas kleinere Abbildungen benutzt werden. Erhältlich ist die Minsty zum Beispiel hier.

Alternative zur Playfair Script: Mintsy

 

Alternative 4: Rock’n Roll

Oh yeah. Brush up, du Krawatteeee! Die Schriftart Rock’n Roll zeichnet sich durch zwei Sachen aus: ihre leichte Neigung, die Dynamik zeigt und ihre Großbuchstaben, die eine gewisse Erhabenheit zeigen, einen Machtanspruch. Großbuchstaben können schnell mit Lautstärke in Verbindung gebracht werden – was hier vielleicht durchaus gewollt ist. Sie wirkt rau und patiniert, aber dennoch ordentlich und im Zaum, sie hält ihre Grundlinie. Erhältlich ist sie für umme hier.

Alternative zur Playfair Script: Rock n Roll

 

Alternative 5: Takota

Klingt irgendwie japanisch, wirkt auch ein bißchen so. Ein zackiger Pinselschwung, geradlinig und klar. Die Schriftart Takota ist besonders, denn sie besteht aus zwei Arten von Großbuchstaben – wenn man das so sagen kann. Ihre Kleinbuchstaben könnten durchaus auch als Großbuchstaben durchgehen, schaut man sie sich an. Die normale Schreibweise kann also ein durchaus spannendes und andersartiges Bild ergeben. Perfekt geeignet für Logos, Schlagworte oder kurze Headlines. Achtung, das kleine t ist stärker herausgestellt – hier muss man also genau schauen, ob das jeweilige Wort (sollte es ein Logo sein oder ein Schlagwort) gut aussieht. Sonst passiert so etwas wie Schrif-tart. Erhältlich ist die Takota gratis hier.

Alternative zur Playfair Script: Takota

 

Die Alternativen sind endlos – wichtig ist die Passung

Du siehst, es gibt diverse Möglichkeiten, wie man sich passender in Form von Schriftwahl ausdrücken kann. Die fünf vorgestellten Alternativen sind nur Beispiele, um dir die Richtungen aufzuzeigen und dir ein Gefühl davon zu vermitteln, dass Schriftart nicht egal ist. Sie kann entscheidend dazu beitragen, wie jemand unsere Botschaft wahrnimmt. Und zwar noch bevor er die Worte liest und sich eine Meinung zum Inhalt bildet. Durch die erste visuelle Stimulierung primen wir den Betrachter, hier können wir ihn also schon in die gewünschte Stimmung bringen.

Ich empfehle dir, dir die Zeit zu nehmen, dir eine passende Schriftart auszusuchen und nicht die nächstbeste zu nehmen. Jeder nimmt die nächstbeste. In Folge dessen wirst du häufiger Verwechslungsgefahr ausgesetzt sein, was deiner Marke schaden kann. Die Investition in ein durchdachtes Schriftkonzept zahlt sich aus. Du musst nicht gleich das perfekte Konzept haben, es reicht, wenn du mit einer Schriftart anfängst. Grundsätzlich unterscheiden wir drei Schriftsorten: Headlines (Ersteindruck), Mengentexte (Lesbarkeit), Akzente (Persönlichkeit). Alle drei sind wichtig, es ist also egal, womit du startest. Viel Erfolg!

4 Kommentare
  1. Raphaela Ayriss

    Haha, ich sehe sie auch überall – und mag sie einfach nicht, so gar nicht – ich finde die irgendwie “krakelig”. Aus deiner Auswahl find ich die Mintsy ganz cool! 🙌🏻

    Antworten
    • Lena

      Krakelig trifft es sehr gut! Haha. Die Mintsy finde ich auch sehr fresh! Deine ist aber eine der besten. 🙂

      Antworten
      • Raphaela Ayriss

        🤍 hab deine Antwort gerade erst gelesen…Liebe meine Schrift auch immer noch dolle;)…
        Mir ist übrigens gerade aufgefallen (Anlass: ein Bekannter hat wohl einen Online-Shop gelauncht und sein Logo ist in DER Schrift), dass die Schrift PlayLIST Script heisst – oder? 😅

        Antworten
        • Lena

          OMG!!! Was für ein wunderschöner Fail meinerseits! 😂 Ich fasse es nicht. Danke für deine Aufmerksamkeit. Ich lasse das jetzt so und hoffe keiner fragt. 😇

          Antworten

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Ich schreibe einen Newsletter, aber das weiß kaum einer. Weil ich es nicht sage. Ich sage es nicht, weil ich denke, dass die Erwartungen dann zu groß sind.

Ich habe nämlich weder das, was man Willkommenssequenz nennt, noch schreibe ich meinen Newsletter einmal die Woche in der immer gleichen Länge. Nicht mal ein Freebie habe ich für dich. Vielleicht entsteht gerade was, vielleicht verwerfe ich es auch. Wenn du auf der Liste bist, dann wirst du es erfahren.

Ich schreibe immer dann, wenn ich einen Impuls habe. Und dann weiß ich meistens gar nicht, wo ich aufhören soll, soviel möchte ich mit dir teilen (weil wir uns ja schon länger nicht mehr gehört haben). Und laut Antworten meiner Liste trifft das was ich schreibe sehr oft einen Nerv, inspiriert und lässt aufatmen oder löst einen Lacher aus. 

Du wirst von mir nicht jeden Dienstag um 9 Uhr eine E-Mail mit einem motivierenden Wochenimpuls erhalten. Eher alle 4 Wochen, Wochentag und Uhrzeit ungewiss. Dafür mit deutlich mehr aufgespartem und komprimiertem Feuer.