Wie viel von dir steckt (noch) in deinem Design?

10. Juli 2021 | 0 Kommentare

Wie viel von dir steckt noch in deinem Design?

Verkaufen – das soll ein gutes Brand Design. Zumindest ist das mein Anspruch als Brand Designerin. Aber Verkaufen ist nur das Endziel. Damit es zum Verkauf kommen kann, sind drei Parameter wichtig:

  1. Ich muss mich mit meinem Design sehr wohl fühlen und mich infolgedessen gerne damit zeigen wollen.
  2. Die Zielgruppe muss im ersten Eindruck emotional abgeholt werden, sonst ist sie weg und die Botschaft bleibt ungelesen.
  3. Das Design muss sich im umgebenden Markt abheben, um wahrgenommen und erinnert zu werden.

Alle drei Dinge sind wichtig. Heute möchte ich trotzdem einen Punkt ganz besonders herausstellen und zwar den ersten: Ich muss mich mit meinem Design wohlfühlen.

Wann hast du dich das letzte Mal gefragt, wie viel von dir selbst eigentlich noch in deiner Außendarstellung steckt? Mach das. Frag dich folgendes:

☢️ Inspiriert mich mein Look noch? (SUPER WICHTIG, PRIO 1AHHH!)
☢️ Habe ich richtig Bock und Dampf mit meinen Farben, Schriften, Bildern und Styles zu arbeiten?
☢️ Finde ich, dass mein Design das coolste auf Erden ist?

Kann es vielleicht sein, dass du von deiner ursprünglichen Designidee, deinem Brandkonzept immer weiter abdriftest? Weg von dir? Hin zur … MITTE? DEM MAINSTREAM? F*ck it, Frauke.

 

Die Tendenz zum Mainstream verwässert unsere Marke

Das ist leider normal. Wir haben eine angeborene Tendenz zur Mitte, eine gewisse unbewusste Zugehörigkeitsneigung. Ohne es bewusst zu wollen werden u.a. unsere Designs immer mittelmäßiger, immer mehr so, wie das, was wir kennen und und ständig sehen. Vor allem dann, wenn man ständig die klassischen Canva-Vorlagen vor der Nase hat. Das verwässert deine Marke enorm. Deine Einzigartigkeit mäandert in den großen Ozean der Gleichheit. Wir lieben Harmonie und Liebe und Vanille. Menschlich bringt uns das (vielleicht) vorwärts.

Business-technisch ist diese angeborene Neigung der Tod. Nicht nur, weil du kaum noch Unterscheidungskraft im Markt hast. Das viel Schlimmere ist, dass deine eigene Substanz abnimmt. Du fühlst dich nicht mehr besonders, nicht mehr professionell, nicht mehr als du selbst. Und du weißt nicht warum.

Deswegen mein Sermon auf den regelmäßigen Uhrenvergleich: ist das, was ich da draußen zeige und sage und mache eigentlich wirklich noch mit dem vereinbar, was ich wirklich gerade denke, bin und machen möchte?

 

Dein Design muss mit deiner Entwicklung Schritt halten

In den letzten Wochen hatte ich eine Art Business-Fatigue und weiß nicht, woran es lag. Mittlerweile weiß ich es: meine Außendarstellung ist zu sehr ins Mittelmaß gedriftet. Ich spüre es sauer im Hals, wenn ich das schreibe. Es ist mir insgesamt zu langweilig geworden, ich bin meinem Design einen Schritt voraus und sollte es daher anpassen. In wie weit, das weiß ich noch nicht genau. Mehr Schwarz-Weiß darf es sein, vielleicht. Und irgendwie technoider, kunstvoller.

Zwei Möglichkeiten:
🔥 du passt dein Design jetzt an, machst jede neu zu erstellende Grafik direkt im neuen Design, riskierst ein paar gerümpfte Nasen* (oder aufgeregte Blicke, wer weiß?) und fühlst dich instantly wie Beyoncé (oder Britney 2017)
🔥 du passt dein Design peu à peu an, schleichst deine neuen Ideen ganz suuutsche ein, um deine Follower harmonisch mitzunehmen und hältst es einfach noch ein bißchen aus

*Exkurs, weil wichtig: sind das wirklich die Menschen, mit denen du arbeiten möchtest? Oder sind das nur die Menschen deren Meinung du fürchtest?

Beides ist völlig legitim. Es ist deine Entscheidung. Vielleicht fällt dir ein harter Cut leichter, wenn du volle Auftragsbücher oder Kurse hast. Vielleicht denkst du auch, dass eben dieser Umschwung zu genau diesen Resultaten führen könnte.

Wenn du hier eines als Take-Away mitnimmst, dann bitte dies:
Dein Design muss als allererstes DICH inspirieren. Du musst Lust haben, deinen Social-Media-Content zu erstellen, deine Website am Leben zu halten und deine Unterlagen aufzubereiten. Deine Botschaft ist so wertvoll, dass sie einen inspirierten Raum verdient. Und du musst als erstes von allem überzeugt sein was du tust.

Ja, es ist wichtig, dass dein Brand Design nicht ausschließlich an deinem persönlichen Tagesvibe ausgerichtet ist, sondern deine potenziellen Kunden anspricht. Und ja, es sollte sich im besten Fall auch vom Markt abheben (es ist so viel leichter, als du denkst – die Tendenz zum unbewussten Designkonsens besteht schließlich bei jedem).

Schau dir den Korridor an, den dir die Zielgruppe und der Markt offerieren und tobe dich innerhalb dessen aus. Deine Außendarstellung darf sich ändern, wenn du dich änderst. Falls sich auch deine Zielgruppe und dein Angebot verschoben haben, dann könntest du diesen Artikel spannend finden. Wie viel von dir steckt (noch) in deinem Design?

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Ich schreibe einen Newsletter, aber das weiß kaum einer. Weil ich es nicht sage. Ich sage es nicht, weil ich denke, dass die Erwartungen dann zu groß sind.

Ich habe nämlich weder das, was man Willkommenssequenz nennt, noch schreibe ich meinen Newsletter einmal die Woche in der immer gleichen Länge. Nicht mal ein Freebie habe ich für dich. Vielleicht entsteht gerade was, vielleicht verwerfe ich es auch. Wenn du auf der Liste bist, dann wirst du es erfahren.

Ich schreibe immer dann, wenn ich einen Impuls habe. Und dann weiß ich meistens gar nicht, wo ich aufhören soll, soviel möchte ich mit dir teilen (weil wir uns ja schon länger nicht mehr gehört haben). Und laut Antworten meiner Liste trifft das was ich schreibe sehr oft einen Nerv, inspiriert und lässt aufatmen oder löst einen Lacher aus. 

Du wirst von mir nicht jeden Dienstag um 9 Uhr eine E-Mail mit einem motivierenden Wochenimpuls erhalten. Eher alle 4 Wochen, Wochentag und Uhrzeit ungewiss. Dafür mit deutlich mehr aufgespartem und komprimiertem Feuer.